Hühnerbrühe selber machen

Hühnerbrühe schmeckt lecker und lässt sich leicht zubereiten. Informationen zur Herstellung, Lagerung und zu den Einsatzgebieten finden Sie auf diesen Seiten.

Hühnerbrühe kann aber mehr als nur gut zu schmecken. Als Hausmittel gegen Erkältung und grippale Infekte hat sie sich bewährt. Sie wirkt entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem. Diese Wirkung verdankt sie dem Eiweißstoff Cystin, der den Transport der für die Entzündung zuständigen Neutrophilen (weiße Blutkörperchen) in die Nasenschleimhäute hemmt.

Zudem unterstützt sie die Heilung durch Vitamine und Mineralstoffe, wie zum Beispiel Vitamin B12, Eisen und Zink.

So gesund ist aber nur frisch zubereitete Brühe oder Suppe. Insantbrühe besitzt diese Eigenschaften nicht.

Link: Erkältung mit Hausmitteln behandeln

Grundrezept

Das Zubereiten einer Hühnerbrühe ist nicht schwierig. Ideal ist es, wenn sie mit Gemüse, Kräutern und Gewürzen gekocht wird.

Nachfolgend mein Grundrezept. Die Zutaten sind in jedem Haushalt vorhanden und einfach im Supermarkt/Discounter zu erhalten.

Zutaten (ergibt ca. 2 Liter Brühe):
  • Hühnchen (1-1,5 kg)
    Suppenhuhn, Hähnchen, Hühnerschlegel
  • Suppengemüse (ca. 400 g)
    Karotte (200 g)
    Knollensellerie (130 g)
    Lauch (100 g)
    Knoblauchzehe (1)
    Zwiebel (1)
  • Wasser (4 Liter)
  • Gewürze
    Salz
    Lorbeerblätter (2)
    Wacholderbeeren (5)
    Pfefferkörner (10)

Das Huhn:

Wer das Fleisch nicht weiterverarbeiten möchte, kann die Hühnerbrühe aus einem Suppenhuhn herstellen. Dieses Fleisch ist zäh und wird auch durch stundenlanges kochen nicht weich.

Wenn es schnell gehen soll verwende ich Hühnerschlegel. Ihre Garzeit beträgt 30 bis 60 Minuten. Sonst kommen ganze Hühner, frisch oder gefroren zum Einsatz.

Durch das lange Kochen laugt das Fleisch aus und wird trocken. In einer Suppe oder in Kombination mit Soße gegessen, schmeckt es dennoch.

Vorbereitung:

Das Gemüse waschen und putzen. Ob es geschält werden muss, ist abhängig vom Zustand der Schalen. Ich reinige es mit einer Bürste unter fließendem Wasser und entferne nur braune Stellen.

Suppengemüse

Danach wird es in 2 bis 4 Zentimeter große Stücke geschnitten. Je feiner es geschnitten wird, desto größer ist die Oberfläche, umso mehr Geschmack kann das Gemüse an die Brühe abgeben.

Wer sich diese Arbeit sparen möchte, verwendet gefrorenes Suppengemüse.

Hühnchen

Das Huhn wird ebenfalls gewaschen. Damit es beim Kochen mit Wasser bedeckt ist und nicht oben schwimmt, kann es mit einer Kartoffel gefüllt werden.

Ein gefrorenes Huhn mit eingeschweißten Innereien sollte vor dem Kochen auftauen dürfen. Damit das Plastikbeutelchen entfernt werden kann. Wer sie mag, kann die Innereien mitkochen.

Teeei

Kräuter und Gewürze können in ein Teeei gefüllt werden. So lassen sie sich nach dem Garen leicht entfernen. Wird die Brühe durch einen Stiel-Seiher gefiltert, ist das nicht notwendig.

Kochen:

Bis auf das Salz, alle Zutaten in einen Topf geben und diesen mit kaltem Wasser füllen. Gesalzen wird erst zum Ende der Garzeit. So gelangen mehr Geschmacks- und andere Inhaltsstoffe in das Wasser.

Beginnt das Wasser zu sprudeln wird die Temperatur so eingestellt, dass es nur noch blubbert und nicht mehr sprudelt.

gekochtes Huhn

Die Garzeit beträgt zwischen 60 und 150 Minuten. Werden Schlegel verwendet, reichen 30 bis 60 Minuten. Ein Suppenhuhn oder Brathähnchen darf bei mir 150 Minuten köcheln.

Gekocht werden kann die Brühe im offenen oder geschlossenen Topf.

Filtern:

Nach dem Garen wird das Huhn aus dem Topf genommen. Die Brühe kann durch einen feinmaschigen Stiel-Seiher in eine Schüssel gegossen werden.

Hühnerbrühe filtern

Das Fett lässt sich entfernen, wenn die Brühe durch Tuch oder Küchenkrepp gefiltert wird.

Hühnerbrühe klären

Da das Fett die Poren des Küchenkrepp verstopft, in mehreren Durchgängen gefiltert werden. Damit die Brühe gut durchläuft, wird sanft am Seiher gerüttelt.

Hühnerfond:

Um einen Fond herzustellen, platzsparend eingefroren werden kann, darf die Brühe köcheln, bis nur noch ca. 350 ml Flüssigkeit vorhanden ist.

Für die weitere Verarbeitung, als Grundlage für Suppen oder Soßen, reichen 15 g davon für 300 ml Wasser.

Lagerung

Selbst gekochte Hühnerbrühe kann im Kühlschrank bis zu 5 Tage gelagert werden. Frische Kräuter kommen erst beim Aufwärmen hinzu.

Soll sie gegen Erkältungskrankheiten zum Einsatz kommen, dann trinkt man sie am besten frisch.

Länger haltbar machen lässt Hühnerbrühe, wenn sie in Gläser oder Flaschen abgefüllt und pasteurisiert wird. Platzsparender ist es, wenn man sie einreduziert, also solange köcheln lässt, bis nur noch ein Fünftel der ursprünglichen Flüssigkeitsmenge vorhanden ist. Nach dem Abkühlen kann sie in Portionsbeutel für Eiswürfel gefüllt und eingefroren werden.

Hühnerbrühe einfrieren

Diese Art der Lagerung ist ideal, wenn Hühnerbrühe als Basis für Suppen und Soßen verwendet werden soll.

Für eine flexible Dosierung, sollten die Kammern des Eisformers/Portionsbeutel möglichst klein sein oder sie werden nicht vollständig befüllt.

Aus 15 g Konzentrat lassen sich 300 ml Suppe herstellen.

Kosten

Das Kochen von Hühnerbrühe macht etwas Arbeit, dafür ist sie aber frei von Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärkern. Selbst wenn die Zutaten teuer einkauft werden, kostet die selbst gemachte Variante nicht mehr als ein Fertigprodukt.

Frische Hühner sind im Handel zwischen 3,33 und 5,99 €* zu erhalten, gefrorene bereits ab 2,79 €. Das Bund Suppengrün kostet zwischen 0,99 und 1,49 €. Für 7,50 € können 2 Liter Hühnerbrühe hergestellt werden.

Zum Vergleich: 400 ml Fertigprodukt kosten ca. 2,90 € = 7,25 € je Liter.

Entenfond
Gekaufter Entenfond. Die Zutantenliste von Hühnerfond liest sich ähnlich.

Oben zu sehen ist die Zutatenliste eines Entenfond, der angeblich keine geschmacksverstärkenden Zusatzstoffe enthält. Da es sich bei Hefeextrakt um ein natürliches Produkt handelt, gilt es per Gesetz nicht als Geschmacksverstärker. Es beinhaltet allerdings Glutaminsäure und ist quasi die Naturform des bekannten Mononatriumglutamats.

Maltodextrin werden übrigens konservierende Eigenschaften zugeschrieben.

* Stand: November 2020